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Der Wochenabschnitt
יִתְרוֹ
Jitro

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Jitro - Frauen-Power

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt „Jitro“ [יִתְרוֹ], nach dem midianischen Priester und Schwiegervater von Moscheh Rabbenu. Wie wir in der Vergangenheit gelernt haben, erzählt die Paraschah auch davon, dass das Volk Israel die Zehn Gebote erhält.

Vorher aber ist vom „Hause Ja‘akows“ [לְבֵית יַעֲקֹב – L‘Wejt Ja‘akow] und „Kinder Israels“ [לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל – L’Wnej Jisrael] die Rede.

 
 

 

Frage erst mal die Frau(en)

”וּמֹשֶׁ֥ה עָלָ֖ה אֶל־הָאֱלֹהִ֑ים וַיִּקְרָ֨א אֵלָ֤יו יְהֹוָה֙ מִן־הָהָ֣ר לֵאמֹ֔ר כֹּ֤ה תֹאמַר֙ לְבֵ֣ית יַעֲקֹ֔ב וְתַגֵּ֖יד לִבְנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃“

(שמות י"ט ג')

„Da stieg Moscheh hinauf zu Gott, und HaSchem rief ihm zu vom Berge und sprach: Also sprich zum Hause Ja‘akow und verkünde den Kindern Jisrael.“

(Schmot, Exodus, 2. Buch Moses, 19: 3)
 

Der Midrasch sagt hierzu, mit „Hause Ja’akows“ sind die Frauen gemeint, und mit „Kinder Israels“ die Männer. In anderen Worten sagt HaSchem zu Moscheh Rabbenu, er soll zuerst zu den Frauen sprechen und danach zu den Männern

Da fragt man sich erst einmal - woher leitet sich diese Interpretation her?

Zweitens, warum diese Reihenfolge?

Zu der ersten Frage sagte der Lubbawitscher Rebbe (1972, bei einer Rede vor einer Gruppe von Frauen) folgendes:

Unser Stammesvater Ja‘akow hatte zwei Namen - den seiner Geburt (Ja‘akow) und den, den er später, als Resultat des Kampfes mit dem Engel erhielt - Israel. Und da die Mütter sich von der Geburt an um die Neugeborenen kümmern, sie ernähren und pflegen, wenn sie noch klein sind, bezieht sich „Haus Ja’akow“ auf die Frauen. Als Jugendliche und Erwachsene orientieren die jungen Männer sich dann mehr an ihre Väter, und werden folglich „Kinder Israel“.

In anderen Worten: Von unserer Mutter lernen wir, wer wir sind, von unserem Vater hingegen, was wir tun sollen.

Jetzt zur zweiten Frage: Warum soll Moscheh Rabbenu zuerst zu den Frauen, und dann zu den Männern sprechen?

Dazu gibt es einen sehr interessanten Peruschפֵּירוּשׁ
Interpretation, Auslegung
von einem Amoräern der dritten Generation aus Erez Israel namens Rav Tachlifa d'Keisarin [רַב תַּחְלִיפָא דְּקֵיסָרִין - Rabbi Tachlifa aus Caesarea], der nur im Talmud Jeruschalmi erwähnt wird:

Demnach sagte HaSchem: „Ich werde nicht meinen Fehler wiederholen: Ich wollte nicht, dass Adam [אָדָם] und Chawah [חַוָּה - Eva] vom Baum der Erkenntnis essen. Doch mit wem habe Ich gesprochen? Mit Adam. (In der im Link zitierten Übersetzung Links wird Adam als ‚der Mensch‘ übersetzt) Das war ein Fehler! Denn Eva kam und sagte zu ihm: «Iss von dem Baum.» Und er aß!“
Also sagte G’tt: „Wenn ich es diesmal richtig machen will, dann muss ich es anders herum machen. Ich muss zuerst mit den Frauen sprechen und sie überzeugen.”

Denn, wie sich schon in der Geschichte des Paradieses (und Vertreibung davon) zeigte: Frauen haben eine größere Überzeugungskraft als Männer!

Dazu passt der folgende Witz: Die Mutter einer Braut gibt ihrem zukünftigen Schwiegersohn folgenden Ratschlag für eine glückliche Ehe: “Wenn Ihr unterschiedlicher Meinung seid, hat deine Frau recht. Wenn Ihr aber der gleichen Meinung seid, dann hast du recht!”

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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19. Schwat 5786,   06.Februar 2026

 

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