Hebräisch–Deutsch Transliteration
Schwa, Schwa Na’ und Schwa Nach erklärt

VORGESCHLAGENES SYSTEM: HEBRÄISCH → DEUTSCH

(Ohne Diakritika, hohe Genauigkeit)

3. Das schwer fassbare Schwa ְ

Der Begriff Schwa (שְׁוָא) stammt ursprünglich aus der hebräischen Grammatik des Mittelalters. Das Wort bedeutet „Leere“ oder „Nichts“ und bezeichnet ein Zeichen, das entweder keinen Vokal oder einen reduzierten, extrem kurzen Vokal markiert.

Im 19. Jahrhundert übernahmen deutsche Linguisten den Begriff, um den häufigsten unbetonten Vokal der Weltsprachen zu beschreiben: den neutralen Laut [ə], wie er im IPA notiert wird.

 

Vom Hebräischen in die moderne Linguistik

 

Das Schwa im Deutschen und im Hebräischen

Der Laut [ə] ist im Deutschen gut bekannt, etwa im Ende von:

Im Englischen ist er noch häufiger und macht die Sprache „flüssig“, weil unbetonte Vokale abgeschwächt werden.

Im Hebräischen jedoch gilt:

Wörter ohne Vokal zwischen zwei Konsonanten existieren nicht.

Wörter wie Arzt, Angst, Herbst, Wolke, Hund, Wurst, Feld wären im Hebräischen unmöglich.

Hier kommt das stumme Schwa ins Spiel:

Es erlaubt eine Konsonantenfolge ohne gesprochenen Vokal, ohne dass ein zusätzlicher Laut eingefügt werden muss.

Daneben gibt es aber auch ein hörbares Schwa, besonders am Wortanfang — vergleichbar mit unbetonten Vorsilben im Deutschen:

Mit einem österreichischen oder bairischen Akzent wird das besonders deutlich.

Damit haben wir zwei Arten von Schwa — und nun stellt sich die Frage:

Wie unterscheiden wir sie im Hebräischen?


Schwa Na’ (שְׁוָא נָע) und Schwa Nach (שְׁוָא נַח)

Das hebräische Schwa hat zwei Funktionen:

Diese Unterscheidung ist zentral für die richtige Aussprache und für die Transliteration.


Regeln für das Schwa Na’ (hörbar)

Das Schwa ist hörbar, wenn:

Beispiele


Regeln für das Schwa Nach (stumm)

Das Schwa ist srumm, wenn:

Beispiele


Table 1
Art Hebräisch Aussprache Funktion
Schwa Na’ שְׁוָא נָע hörbar (kurzes e) öffnet eine Silbe
Schwa Nach שְׁוָא נַח stumm schließt eine Silbe

Ausnahmen von der SCHWA-Regel am Wortanfang?

Normalerweise gilt:

ABER

Es gibt Ausnahmen, in der das Schwa am Wortanfang stumm ist:

Das betrifft vor allem:
✔ Waw-Konsekutiv / Waw-Conversiv
וְ + Wort mit Schwa → das Schwa bleibt stumm
Beispiel:

Warum?
Weil das Wort eigentlich nicht mit Schwa beginnt.
Das Schwa gehört zum Stamm, nicht zum Präfix.

Das betrifft:
✔ Präfix לְ (zu, für)
✔ Präfix בְ (in)
✔ Präfix כְ (wie)
Wenn diese Präfixe auf ein Wort treffen, das mit Schwa beginnt, bleibt das Schwa stumm, weil die Silbe durch das Präfix bereits geschlossen ist.
Beispiele:

Warum ist es stumm?
Weil ein Schwa nur hörbar ist, wenn es eine neue Silbe eröffnet.
Am Wortanfang ist das normalerweise der Fall —
außer, wenn ein Präfix davor steht, das selbst keine Silbe bildet.
Dann ist die Struktur:

Kurzregel

Ein Schwa am Wortanfang ist stumm, wenn es nicht wirklich am Wortanfang steht, sondern durch ein Präfix nach vorne geschoben wurde.


Zusammenfassung

Table 2
Situation Schwa am Wortanfang Art
echtes Wort beginnt mit Schwa hörbar Schwa Na’
Präfix + Wort beginnt mit Schwa stumm Schwa Nach
Präfix לְ / בְ / כְ + Schwa stumm Schwa Nach
Waw-Konsekutiv + Schwa stumm Schwa Nach

Transliteration des Schwa

Für die Transliteration des hebräischen Schwa (שְׁוָא) wird zwischen seinen beiden Erscheinungsformen unterschieden: dem Schwa Nach (stumm) und dem Schwa Na (hörbar). Da beide unterschiedliche Funktionen haben, werden sie im System unterschiedlich behandelt.

 

Zusammenfassung

Table 3
Schwa‑Typ Hebräisch Aussprache Transliteration
Schwa Nach שְׁוָא נַח stumm wird ausgelassen
Schwa Na שְׁוָא נָע hörbar (kurzes e) ’ (Apostroph)

 

 

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1. Einführung in die hebräisch-deutsche Transkription

Transkription hebräischer Buchstaben

1. Konsonanten
2. Vokale
3. Das schwer fassbare Schwa
4. CamelBack – Wurzeln sichtbar machen

 

Shalom Mandelbaum
Webmaster

 

 
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