Tora-reading.png

Der Wochenabschnitt
וַיִּקְרָא
WaJikra

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


WaJikra -  Aufruf zur Mindfulness

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt, wie das Buch (das 3. Buch Moses), dessen erster Wochenabschnitt sie ist, WaJikra [וַיִּקְרָא], also (HaSchem) rief .

 
 

 

Er rief

”וַיִּקְרָ֖א אֶל־מֹשֶׁ֑ה וַיְדַבֵּ֤ר יְהֹוָה֙ אֵלָ֔יו מֵאֹ֥הֶל מוֹעֵ֖ד לֵאמֹֽר׃“

(ויקרא א' א')

„Und es rief dem Moscheh zu und redete zu ihm HaSchem aus dem Zelt der Zusammenkunft:“

(WaJikra, Leviticus, 3. Buch Moses, 1 : 1)

Wie sich die Zeiten geändert haben: Vor 20-30 Jahren gab es keine Handys, Kinder spielten draußen und beim Abendessen sprach man miteinander! Ein Komiker hat das einmal so zusammengefasst:

„Am 7. März 1876 hat Graham Bell das Telefon erfunden, damit zwei Leute, die in anderen Orten leben, miteinander sprechen können.
Am 9. Januar 2007 hat Steve Jobs das i-phone erfunden, damit zwei am selben Tisch sitzende Leute NICHT miteinander sprechen können.“

In unserer Paraschah wird Moscheh Rabbenu direkt von HaSchem gerufen. Und hat diesen „Anruf“ bestimmt nicht weggedrückt, oder eine automatische SMS a la „ich kann gerade nicht, bitte Nachricht schreiben“, geschrieben.

Das erinnert an etwas, was der amerikanische Stand-Up-Komiker Sebastian Maniscalco erzählte:

Früher, vor nicht allzu langer Zeit, war die Reaktion auf die Türklingel ganz anders als heute. Damals (vor 20-30 Jahren) war das etwas, das ich einen WaJikra-Moment nennen würde: Wir wurden gerufen, und waren begeistert, sahen es als eine Brachah [בְּרָכָה - Segensspruch, Segensformel, Benediktion - Plural: בְּרָכוֹת – Brachot] an, obwohl wir nicht wussten, wer da vor der Tür stand, und was im Laufe des Abends passieren würde.
Und heute?
Heute ruft man nicht einmal unangekündigt auf ein Handy an, geschweige denn, klopft an die Tür oder klingelt. Und wenn doch unangekündigt geklingelt wird, ist es entweder die Polizei, ein Einbrecher oder der Postbote (mit einer Lieferung für den Nachbar). Wir erschrecken und verstecken uns im Zimmer.

Hören Sie sich das Original auf YouTube an.

Was aber machte Moscheh Rabbenu beim ursprünglichen „Wajikra-Moment“?

Der Midrasch Bamidbar Rabba (14:21) lehrt, dass Moscheh Rabbenu auf den Ruf G-ttes eindringlich mit einem einzigen Wort antwortete: „Hinejni!“ [הִנֵּנִי - Hier bin ich!].


„Hinejni“ ist eine reine, staunende, unvorbereitete Aussage, die getroffen wird, bevor alle Fakten bekannt sind.
Es ist ein spontanes, unmissverständliches Versprechen: „Ich bin hier“, wo und wie du mich gefunden hast, voll aufmerksam, konzentriert, ganz dabei.

In anderen Worten: absolut in dem Moment leben, und ohne Ablenkung sich NUR dem Gespräch widmen - ohne auf das Handy zu schauen, ohne Multitasking. Oder, wie wir das heutzutage neudeutsch nennen: Mindfulness.

Ich wünsche allen Lesern, dass wir viele bedeutungsvolle WaJikra-Momente in unserem Leben haben.

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

Um den Wochenabschnitt als PDF herunterzuladen, klicken Sie bitte auf das PDF-Symbol.

02. Nissan 5786,   20. März 2026

 

transparent to purple gradient