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Der Wochenabschnitt
וַיֵּשֶׁב
WaJeschew

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


WaJeschew -  sei wie Josef!

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
„WaJeschew“ [וַיֵּשֶׁב], also „er (Jakob) wohnte in Kna'an“ [כְּנַעַן] (heutiges Israel). Wie wir in der Vergangenheit gelernt haben, ist der Protagonist jedoch nicht Jakob aus Kna'an, sondern sein Sohn Josef, der in Ägypten landet, nachdem seine Brüder ihn in die Sklaverei verkaufen:

 
 

 

Innere Schönheit

”וַיַּעֲזֹ֣ב כׇּל־אֲשֶׁר־לוֹ֮ בְּיַד־יוֹסֵף֒ וְלֹא־יָדַ֤ע אִתּוֹ֙ מְא֔וּמָה כִּ֥י אִם־הַלֶּ֖חֶם אֲשֶׁר־ה֣וּא אוֹכֵ֑ל וַיְהִ֣י יוֹסֵ֔ף יְפֵה־תֹ֖אַר וִיפֵ֥ה מַרְאֶֽה׃“

(בראשית ל"ט ו')

„Und er überließ all das Seine in die Hand Josefs, und kümmerte sich um nichts bei ihm, außer um das Brot, das er aß. Josef aber war schön von Gestalt und schön von Ansehen.“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 39: 6)
 

Was ist mit „Gestalt“ [תֹאַר] und „Ansehen“ [מַרְאֶה] hier gemeint?

Eine Interpretation ist, dass Gestalt das „gepflegte Äußere“ ist, also die Art, wie wir unseren Charakter pflegen, während das „Ansehen“ auf die Vorbildfunktion anspielt, also auf den Einfluss, den wir auf andere haben.

Und so sieht Potifar [פּוֹטִיפַר] (ein Hofbedienter Pharaos, Oberster der Leibwächter), der Josef als Sklave kauft, wie gut seine Arbeitsmoral ist, und macht ihn zum Aufseher über sein Haus.

 

 

Äußere Schönheit

”וַיַּעֲזֹ֣ב כׇּל־אֲשֶׁר־לוֹ֮ בְּיַד־יוֹסֵף֒ וְלֹא־יָדַ֤ע אִתּוֹ֙ מְא֔וּמָה כִּ֥י אִם־הַלֶּ֖חֶם אֲשֶׁר־ה֣וּא אוֹכֵ֑ל וַיְהִ֣י יוֹסֵ֔ף יְפֵה־תֹ֖אַר וִיפֵ֥ה מַרְאֶֽה׃“

(בראשית ל"ט ו')

„Und er überließ all das Seine in die Hand Josefs, und kümmerte sich um nichts bei ihm, außer um das Brot, das er aß. Josef aber war schön von Gestalt und schön von Ansehen.“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 39: 6)
 

Aber Josef hat auch einen Einfluss auf andere. So sagt die Frau Potifars nach erstem Blick auf den schönen Josef: „Leg dich zu mir“. Josef hingegen widersteht der Versuchung.

Um diese Dynamik besser zu verstehen, müssen wir zum Wochenabschnitt WaJetze [וַיֵּצֵא‎] zurückgehen, wo es heißt:

”וַתִּקְרָ֧א אֶת־שְׁמ֛וֹ יוֹסֵ֖ף לֵאמֹ֑ר יֹסֵ֧ף יְהֹוָ֛ה לִ֖י בֵּ֥ן אַחֵֽר׃“

(בראשית ל' כ"ד)

„Und nannte seinen Namen Josef; das heißt: Hinzufügen wird HaSchem mir einen anderen Sohn..“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 30: 24)
 

Dazu sagt der „Zemach Zedek“, dass es Josefs Lebensaufgabe sein sollte, aus einem „Acher“ [אַחֵר] (einem „anderen“) einen „Ben“ [בֵּן] (ein wahrer Sohn) zu machen, also, dass durch ihn Menschen den Weg zu G-tt finden sollen.

Dies ist eine Lehre für uns alle: Wir sollen nicht nur an uns selbst und unsere Midot [מִידּוֹת] (Charakterzüge) „arbeiten“, sondern auch an den Midot anderer.

In den Worten der Sprüche der Väter:

”הוּא (הִלֵּל) הָיָה אוֹמֵר:
        אִם אֵין אֲנִי לִי, מִי לִי?
        וּכְשֶׁאֲנִי לְעַצְמִי, מָה אֲנִי?
        וְאִם לֹא עַכְשָׁיו, אֵימָתַי?“

(מסכת אבות א' י"ד)

„Er (Hillel) sagte ferner:
        Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich?
        Und solange ich (nur) für mich selbst bin, was bin ich?
        Und wenn nicht jetzt, wann denn?“

(Pirkei Awot/ Sprüche der Väter 1:14)
 
 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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22. Kisslew 5786,   12. Dezember 2025

 

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