Tora-reading.png

Der Wochenabschnitt
צַו
Zaw

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Zaw -  Aufruf zur Nachhaltigkeit

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt Zaw [צַו], oft als Befehl übersetzt. Es geht um die Schlachtopfer im Stiftszelt.

 
 

 

Was übrig bleibt - ist eine Mizwah!

”וְלָבַ֨שׁ הַכֹּהֵ֜ן מִדּ֣וֹ בַ֗ד וּמִֽכְנְסֵי־בַד֮ יִלְבַּ֣שׁ עַל־בְּשָׂרוֹ֒ וְהֵרִ֣ים אֶת־הַדֶּ֗שֶׁן אֲשֶׁ֨ר תֹּאכַ֥ל הָאֵ֛שׁ אֶת־הָעֹלָ֖ה עַל־הַמִּזְבֵּ֑חַ וְשָׂמ֕וֹ אֵ֖צֶל הַמִּזְבֵּֽחַ׃ וּפָשַׁט֙ אֶת־בְּגָדָ֔יו וְלָבַ֖שׁ בְּגָדִ֣ים אֲחֵרִ֑ים וְהוֹצִ֤יא אֶת־הַדֶּ֙שֶׁן֙ אֶל־מִח֣וּץ לַֽמַּחֲנֶ֔ה אֶל־מָק֖וֹם טָהֽוֹר׃ וְהָאֵ֨שׁ עַל־הַמִּזְבֵּ֤חַ תּֽוּקַד־בּוֹ֙ לֹ֣א תִכְבֶּ֔ה וּבִעֵ֨ר עָלֶ֧יהָ הַכֹּהֵ֛ן עֵצִ֖ים בַּבֹּ֣קֶר בַּבֹּ֑קֶר וְעָרַ֤ךְ עָלֶ֙יהָ֙ הָֽעֹלָ֔ה וְהִקְטִ֥יר עָלֶ֖יהָ חֶלְבֵ֥י הַשְּׁלָמִֽים׃“

(ויקרא ו' ג'-ה')

„Der Priester kleide sich seiner Länge nach in Leinen, und mit Beinkleidern von Leinen bekleide er seine Blöße und hebe weg die Asche, nachdem das Feuer verzehrt das Ganzopfer auf dem Altar, und tue sie neben den Altar. Und ziehe seine Kleider aus und lege andere Kleider an, und bringe die Asche hinaus vor das Lager an einen reinen Ort. Und das Feuer auf dem Altar werde darauf in Brand erhalten, dass es nicht erlösche, und der Priester soll darauf Holz anzünden Morgen für Morgen, und darauf lege er das Ganzopfer, und darauf lasse er in Dampf aufgehen den Talg der Mahlopfer.“

(Zaw, Leviticus, 3. Buch Moses, 6 : 3-5)

Raschi beschreibt diese Szene noch detaillierter und erklärt, dass der Hohepriester aufgrund der großen Menge an Opferasche und ausgelassenem Fett seine heiligen Gewänder ablegte und schmutzige Kleidung anzog, um die Asche zu handhaben (Raschi zu 3. Buch Moses 6:4).

Der geistliche Führer, der Mittler zwischen dem Volk Israel und G-tt, begann jeden Tag damit, die rituellen Abfälle in Lappen zu wischen.

Man stelle sich nur einmal vor, der Bundeskanzler würde jeden Morgen den Müll aus dem Kanzleramt selbst entsorgen und sorgfältig Flaschen, Zeitungen und Plastik recyceln. Oder ein Geschäftsführer eines Fortune-500-Unternehmen würde regelmäßig seine Vorstandsetagen reinigen. Unvorstellbar! Hier aber sehen wir Aharon HaCohen, den Hohepriester, wie er Asche entsorgt. Und es ist nicht erniedrigend - im Gegenteil, es erhöht ihn spirituell!

Wie ist das zu erklären?

Wir haben für ALLES, was HaSchem geschaffen hat, eine Hakarat HaTowהַכָּרַת הַטּוֹב
Dankbarkeit;
wörtlich: „das Gute erkennen“
, sowohl für eine feierliche Mahlzeit, als auch für alles, was übrigbleibt. Etwas wegzuschmeißen ist gänzlich unjüdisch. So wird beispielsweise der Etrog [אֶתְרוֹג] nach Sukkot [סֻכּוֹת - Laubhüttenfest] oft verwendet, um einer Besamimbüchse Besamimbüchse Duft zu verleihen.

Und Essensreste können auch eine Art von Z‘daqah [צְדָקָה - Wohltätigkeit] sein: So ist es bei vielen religiös-jüdischen Hochzeiten Brauch, am Ende des Abends die Türe für Obdachlose zu öffnen, und ihnen freien Zugang zum Buffet zu geben - in einigen Hochzeiten wird sogar Essen speziell dafür zur Seite gestellt, das nicht einmal Braut und Bräutigam anfassen dürfen. Zusätzlich gibt es Organisationen wie Leket [לֶקֶט – Sammlung, Kollektion], die als einer ihrer Aktivitäten von Feier zu Feier gehen und die übriggebliebenen Mahlzeiten einsammeln, um sie Suppenküchen u.ä. zu geben.

Diese Einstellung hat ihren Ursprung bereits tausende Jahre zuvor, in unserer Paraschah, wo HaSchem dem Hohepriester mitteilt, dass es nicht nur eine Mizwahמִצְוָוה
Gebot
ist, Opfer zu bringen, sondern auch, die Asche und Tierreste zu entsorgen.

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

Um den Wochenabschnitt als PDF herunterzuladen, klicken Sie bitte auf das PDF-Symbol.

09. Nissan 5786,   27. März 2026

 

transparent to purple gradient