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Der Wochenabschnitt
שׁוֹפְטִים
Schoftim

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Schoftim -  Zauberei, nein danke!

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt Schoftim, also „Richter“. Wie wir in der Vergangenheit gelernt haben, hat Gerechtigkeit in der Tat einen sehr hohen Stellenwert im Judentum, mehr sogar als Barmherzigkeit. Wie sieht es aber mit Magie und Zauberei aus?

 
 

 

Richter und Polizisten!

”שֹׁפְטִ֣ים וְשֹֽׁטְרִ֗ים תִּֽתֶּן־לְךָ֙ בְּכׇל־שְׁעָרֶ֔יךָ אֲשֶׁ֨ר יְהֹוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ נֹתֵ֥ן לְךָ֖ לִשְׁבָטֶ֑יךָ וְשָׁפְט֥וּ אֶת־הָעָ֖ם מִשְׁפַּט־צֶֽדֶק׃“

(דברים ט"ז י"ח)

„Richter und Beamte sollst du dir setzen in all deinen Toren, die HaSchem, dein Gott, dir gibt, nach deinen Stämmen, und sie sollen das Volk richten, ein gerechtes Gericht.“

(D’warim, Deuteronomy, 5. Buch Moses 16: 18)
 

Das Wort שׁוֹפְטִים (Schoftim ausgesprochen), also Richter, ist das erste Wort unserer Paraschah. Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, soll nach dem Sefer HaChinuch ein Richter vor allem das Gesetz im Detail kennen, aber auch einen guten Charakter haben und ein anständiger Mensch sein, der in der Lage ist, seine eigenen bösen Neigungen zu unterdrücken und ein tapferes Herz hat, um die Unterdrückten vor dem Unterdrücker zu retten.

Und der Polizistשׁוֹטֵר
Schotter.
Plural: שׁוֹטְרִים
Schott‘rim
(hier als „Beamter“ übersetzt) - der führt das Gesetz aus, wie der Richter es interpretiert. (Natürlich kann auch ein Polizist sehr bewandert und gebildet sein, (in diesem Fall im Judentum) und dies zum Vorteil nutzen, wie diese Szene aus dem Film „ Schlaf gut, Wachtmeister“ zeigt - leider nur auf Hebräisch)

 

 

Zauberei - sag nei(n)

”כִּ֤י אַתָּה֙ בָּ֣א אֶל־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֣ן לָ֑ךְ לֹֽא־תִלְמַ֣ד לַעֲשׂ֔וֹת כְּתוֹעֲבֹ֖ת הַגּוֹיִ֥ם הָהֵֽם׃ לֹֽא־יִמָּצֵ֣א בְךָ֔ מַעֲבִ֥יר בְּנֽוֹ־וּבִתּ֖וֹ בָּאֵ֑שׁ קֹסֵ֣ם קְסָמִ֔ים מְעוֹנֵ֥ן וּמְנַחֵ֖שׁ וּמְכַשֵּֽׁף׃ וְחֹבֵ֖ר חָ֑בֶר וְשֹׁאֵ֥ל אוֹב֙ וְיִדְּעֹנִ֔י וְדֹרֵ֖שׁ אֶל־הַמֵּתִֽים׃“

(דברים י"ח ט' – י"א)

„Wenn du in das Land kommst, das HaSchem, dein Gott, dir gibt, so lerne nicht den Gräueln jener Völker gleichtun. Es soll nicht gefunden werden unter dir, der seinen Sohn und seine Tochter durch das Feuer führt, der Wahrsagerei treibt, der aus Wolken und Schlangen deutet und ein Zauberer, und Geisterbanner, und der Beschwörung befragt und ein Weissager und der die Toten beschwört.“

(D’warim, Deuteronomy, 5. Buch Moses 18: 9 - 11)
 

Der Torah ist eigentlich Zauberei nicht fremd - man denke an die Magie, die Moscheh Rabbenu gegenüber Pharao machte (Stab in eine Schlange verwandeln, die Zehn Plagen usw.).

Jedoch verbietet die Torah wiederholt die Ausübung von Magie oder die Befragung von Magiern.

Warum ist das so? Dazu schreibt Rabbiner Samson Raphael Hirsch sz”l, dass niemand aus moralischen Gründen die Hilfe von Magiern in Anspruch genommen hat. Nur wenn die Schlechtigkeit dessen, was man erreichen möchte, einen daran hindert, auf G-ttes Hilfe zu zählen, versucht man, es durch die Hintertür der Magie zu erreichen.

Denn unsere Erfolge und Misserfolge im Leben können nur von einer Sache abhängen: unserem Handeln! Denn Einhalten von Mizwotמִצְוָוה
Gebot,
plural: מִצְווֹת
Mizwot
, guten Taten gegenüber unseren Mitmenschen usw. Da gibt es leider keine Abkürzung von Abrakadabra (אַבְּרָא כַּדַבְּרָא Aramäisch: ich erschaffe, so wie die Worte es sagen) geben…

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom Um’worach
Einen Friedvollen und gesegneten Schabbat

Benjamin Rosendahl

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5. Elul 5785,   29. August 2025

 

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