Ein konsistentes Transliteration System für Hebräisch ins Deutsche
Die Probleme der Transliteration vom Hebräischen ins Deutsche
Der Kontext
Seit nunmehr fünf Jahren ringe ich als Webmaster (und de facto Redakteur) von Moadim.com mit der Frage, wie man Hebräisch sinnvoll ins Deutsche transliteriert. Um das Rad nicht neu zu erfinden, habe ich zunächst versucht, bestehende Systeme zu verwenden:
- das alte deutsch orientalistische System
Es ist heute kaum brauchbar, da es auf veralteten wissenschaftlichen Konventionen beruht, Laute überdifferenziert, viele Sonderzeichen nutzt und für Laien praktisch unlesbar ist.
- das SBL System (Society of Biblical Literature)
Es ist hochwissenschaftlich, voller diakritischer Zeichen [ə, æ, ś, š, ɛ usw...], verlangt linguistische Vorbildung und ist für eine deutschsprachige Leserschaft weder intuitiv noch alltagstauglich.
- das ISO System
Extrem präzise, aber mit einer Fülle von Sonderzeichen, Strichen, Punkten und Akzenten überladen; für Webseiten, mobile Geräte und Laien völlig ungeeignet.
- die christianisierte lateinische Tradition
Sie ist historisch gewachsen, aber phonetisch ungenau, entfernt sich weit vom Hebräischen und verzerrt viele Namen (z. B. Isaiah statt Jeschajahu, Moses statt Moscheh).
Eine zukünftige Webseite – derzeit in der Forschungs-/Produktionsphase – wird sich speziell mit der Geschichte und den daraus resultierenden Problemen der lateinischen Transliterationstradition befassen.
- Übernahmen aus dem Englischen
Ebenfalls ungeeignet, da englische Buchstabenwerte nicht mit deutschen übereinstimmen (z. B. ו = /v/ statt /w/, צ = /z/ statt /ts/, ז = /tʃ/ statt deutsches /s/). Das führt zu massiven Aussprachefehlern.
Nachdem all diese Systeme aus den genannten Gründen ausschieden, habe ich mich entschlossen, ein neues, modernes Transliteration System zu entwickeln, das auf dem modernen Hebräisch basiert und folgende Eigenschaften erfüllt:
- phonetisch intuitiv
Die deutsche Schreibweise soll möglichst genau das wiedergeben, was ein deutscher Sprecher tatsächlich hört.
- orthographisch konsistent
Jede hebräische Lautkategorie erhält eine feste, eindeutige deutsche Entsprechung — ohne Ausnahmen und ohne Willkür.
- hebräisch treu
Die Struktur des hebräischen Wortes bleibt erkennbar, sodass man aus der deutschen Form das hebräische Original rekonstruieren kann.
- diakritikfrei
Keine Punkte, Striche, Makrons oder Sonderzeichen — nur das normale deutsche Alphabet plus Apostroph, wo nötig..
- reversibel
Die Transliteration ist so gestaltet, dass man aus der deutschen Form zuverlässig wieder zum hebräischen Wort zurückfindet.
Mit anderen Worten:
Ein modernisiertes, intuitives, diakritikfreies wissenschaftliches Transliteration System, optimiert für:
- deutsche Phonologie
- hebräische Genauigkeit
- leichte Lesbarkeit für Laien
- strikte Konsistenz
- Wiederherstellbarkeit der hebräischen Schreibung
Im Folgenden finden Sie eine Reihe vertiefender Seiten zu Grammatik, Geschichte, Systematik und konkreten Anwendungsregeln der Transliteration. Jede Seite behandelt einen spezifischen Aspekt des neuen Systems.
Untermenü für weitere hebräisch-deutsche Transkriptionsseiten.
1. Einführung in die hebräisch-deutsche Transkription
Transkription hebräischer Buchstaben
1. Konsonanten
2. Vokale
3. Das schwer fassbare Schwa
4. CamelBack – Wurzeln sichtbar machen
Shalom Mandelbaum
Webmaster