B'Har - B'Chuqotaj - Mieter, nicht Besitzer
Unsere Doppel-Paraschahⓘ פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt , die das dritte Buch Moses Wajikra [וַיִּקְרָא] beendet, heißt B’Har [בְּהַר] (auf dem Berg), wo es u.a. um das Schmittah-Jahr und die oft befragte Verbindung zum Berg Sinai geht bzw. B’Chuqotaj [בְּחֻקֹּתַי] (meine Gesetze), wo es um g’ttliche Gesetze geht.
- Was aber bedeutet der Begriff גֵרִים וְתוֹשָׁבִים [Gerim W’Toschawim] (in freier Übersetzung: „Nicht-Staatsbürger mit Einwohnerstand“, oder „temporäre Einwohner“)?
- Und auf wen bezieht er sich?
Mieter, nicht Hausbesitzer
SEINE Feste, unsere Verkündung
”וְהָאָ֗רֶץ לֹ֤א תִמָּכֵר֙ לִצְמִתֻ֔ת כִּי־לִ֖י הָאָ֑רֶץ כִּֽי־גֵרִ֧ים וְתוֹשָׁבִ֛ים אַתֶּ֖ם עִמָּדִֽי׃“
(ויקרא כ"ה כ"ג)
„Und das Land soll nicht (so) verkauft werden, dass es verfallen bleibe; denn mein ist das Land; denn Fremdlinge und Gerim seid ihr bei mir.“
(WaJikra, Leviticus, 3. Buch Moses, 25 : 23)
Wer ist mit diesem Begriff „Fremdlinge und Gerim“ gemeint?
Der Pschattⓘפְּשָׁט
wörtliche (direkte) Bedeutung ist: HaSchem ist der Besitzer, und wir mieten. Wir sind daher nur temporäre Einwohner, und nur unter der Bedingung, dass wir die „Miete“ der Mizwotⓘמִצְוָוה
Gebot,
plural: מִצְווֹת
Mizwot bezahlen.
Es gibt aber auch ein anderes Verständnis, wie sie von Rabbi Efraim von Sudilkov, dem Enkel des Baal Schem Tows“, gezeigt wird:
כי גרים ותושבים אתם עמדי י"ל בזה בדרך רמז להבין זה ע"פ ששמעתי מחכם אחד על פסוק גר אנכי בארץ - אל תסתר ממני מצותיך כי ידוע מן איכות טבע העולם כי מי שהוא גר אין לו עם מי לדבק ולקרב עצמו ולספר לו כל מאורעותיו וכל לבו שאין לו חבר לא ישראל ולא גוים אך כשרואה חבירו הגר אזי מספר כ"א בפני חבירו כל מאורעותיו וידוע הקב"ה הוא כמו גר בעוה"ז שאין לו על מי להשרות שכינ' כבודו ית' כי זעירין אינון וכו' והוא שהתפל' דהע"ה גר אנכי בארץ היינו אני ג"כ איני רוצה להיות תושב בעוה"ז ואני רק כגר בעוה"ז ולכך אל תסתר ממני מצותיך כמו גר אחד בפני חבירו שמספר לו כל לבו וזה י"ל הרמז בפסוק כי גרים ותושבים כשתהיה בבחי' גר בעוה"ז ותושב בעוה"ב אז אתם עמדי כי אני ג"כ גר בעוה"ז כנ"ל וממילא אל אסתיר מכם מצותי כנ"ל והבן
Und Er ist es, der gesagt hat: »Ich bin ein Fremder im Land, das heißt, ich will nicht in dieser Welt wohnen, und ich bin nur ein Fremder in dieser Welt. Darum verheimliche mir deine Gebote nicht, wie ein Fremder seinem Freund, dem er sein ganzes Herz ausschüttet.« Und dies ist der Hinweis im Vers: »Ich bin Fremder und Bewohner, solange du lebst, ein Fremder in dieser Welt und ein Bewohner der Welt, dann bist du bei mir, denn ich lebe auch in dieser Welt, wie oben, und in jedem Fall.« Ich werde dir meine Gebote nicht verheimlichen, wie oben, und verstehe.
(R. Efraim von Sudlikov: Degel Machaneh Efraim zu B’Har, zitiert von hier, eigene Übersetzung)
In anderen Worten ist HASCHEM der Fremde, der mit uns wohnt.
Rabbi Efraim von Sudlikov leitet das wie folgt her: Das letzte Wort des oben zitierten Passuqs [פָּסוּק - Passuq – Bibelvers, plutal: פְּסוּקִים – Pssuqim] ist עִמָּדִי [‘Immadi] – „bei mir“. Es kann auch als „an meiner Seite“ gelesen werden. In anderen Worten ist G’tt ein Fremder, der bei uns wohnt (und die Einhaltung des Jowels [יוֹבֵל]/Jubiläums erinnert uns daran, dass auch wir Fremde sind).
Dieses Prinzip ist ähnlich der Verkündung der heiligen Zeiten in der Paraschah der letzten Woche - die Schlussfolgerung ist dieselbe: HaSchem und wir sind PARTNER, und die Heiligkeit ist in der VERBINDUNG! Es handelt sich also um eine Straße, die in zwei Richtungen geht, statt einer Einbahnstraße.
Und so sind manchmal wir die Mieter von G´tt, und manchmal ist es aber genau umgekehrt.