Emor - Time is on our (and HaShem’s) side
Unsere Paraschahⓘ פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt heißt Emor [אֱמֹר], ], also - „sagen“. Thematisch geht es u.a. um Heiligkeit und Unreinheit, vor allem im Zusammenhang mit dem Tod.
Es geht aber auch um heilige Zeiten (Schabbat, Feiertage usw.).
Hier stellt sich die Frage:
- Wer bestimmt, wann eine Zeit als heilig gilt - HaSchem oder Menschen?
Die Antwort ist nicht so offensichtlich, wie man auf den ersten Blick meint.
SEINE Feste, unsere Verkündung
”וַיְדַבֵּ֥ר יְהֹוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃ דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם מוֹעֲדֵ֣י יְהֹוָ֔ה אֲשֶׁר־תִּקְרְא֥וּ אֹתָ֖ם מִקְרָאֵ֣י קֹ֑דֶשׁ אֵ֥לֶּה הֵ֖ם מוֹעֲדָֽי׃“
(ויקרא כ"ג א' – ב')
„Und HaSchem redete zu Moscheh: Rede zu den Kindern Jisrael und sage ihnen: Die Feste von HaSchem, die Ihr verkünden sollt als heilige Versammlung, meine Feste sind diese.“
(WaJikra, Leviticus, 3. Buch Moses, 23 : 1-2)
Warum wird hier betont, dass IHR, also das Volk Israel, die Feste verkündet. Wäre es nicht viel bedeutsamer, wenn G-tt selbst die Feiertage, die seinen Namen heiligen, verkündet?
Dazu sagt der als „A‘kedat Jitzchak“ (עֲקֵדַת יִצְחָק - benannt nach seinem wichtigsten Werk, das sich als „Bindung Jizchaks“ übersetzt) bekannte Rabbi Jizchak ben Moscheh Arama sz”l folgendes:
Das Zusammenspiel der beiden Arten, die Welt zu lenken, beschreibt König Schlomo in Kohelet 3,11 mit folgenden Worten: „Er hat das Universum so geschaffen, dass es zur bestimmten Zeit wunderbar funktioniert.“ Dies bezieht sich auf die Naturgesetze, die die Ereignisse bestimmen. Der Vers fährt jedoch fort: „Er hat ihnen auch ein Rätsel ins Herz gegeben, sodass der Mensch nicht begreifen kann, was G-tt am Anfang für das Ende geplant hat.“ Dies bezieht sich auf die dem Menschen – zumindest den auserwählten Männern – verliehene Autorität, durch ihr Handeln und ihre Entscheidungen auf vorbestimmte Ereignisse einzuwirken.
(A‘kedat Jizchak zu 3. Buch Mose 23:2, zitiert und übersetzt von hier)
Der RambaM vertieft diese Ansicht, und sagt:
Ein Bejt Din [religiös-jüdisches Gericht], das einen Monat heiligt, sei es versehentlich, irrtümlich oder gezwungen, heiligt ihn, und jeder ist verpflichtet, die Feste an dem von ihm geheiligten Tag zu begehen.
(Mischneh Torah, 2:10, zitiert und übersetzt von hier)
Indem wir unseren eigenen Festkalender festlegen, erklären wir uns zu aktiven Partnern G-ttes. Die Zeit wird weder von uns noch von Haschem, sondern in der Verbindung. zwischen uns und HaSchem geheiligt.