P'kudej - himmlische Buchhaltung
- Wie rechnet die „himmlische Buchhaltung“ die Sünde des Goldenen Kalbs gegen die Errichtung des MischkansⓘMischkan
מִשְׁכָּן
Stiftzelt auf? - Was wird im selben Satz für die Zeit, wenn es keinen Mischkan mehr gibt (und auch der Beit HaMikdaschⓘבֵּית־הַמִּקְדָּשׁ
Jerusalemer Tempel auch zerstört ist) angedeutet?
Je größer die Sünde, desto größer der Tikkun
”אֵ֣לֶּה פְקוּדֵ֤י הַמִּשְׁכָּן֙ מִשְׁכַּ֣ן הָעֵדֻ֔ת אֲשֶׁ֥ר פֻּקַּ֖ד עַל־פִּ֣י מֹשֶׁ֑ה עֲבֹדַת֙ הַלְוִיִּ֔ם בְּיַד֙ אִֽיתָמָ֔ר בֶּֽן־אַהֲרֹ֖ן הַכֹּהֵֽן׃“
(שמות ל"ח כ"א)
„Das sind die Berechnungen der Wohnung, der Wohnung des Zeugnisses, die berechnet wurden auf Befehl Moschehs, zum Dienst der Lewiten, unter Aufsicht Itamars, Sohnes Aharons, des Priesters. “
(Sch‘mot, Exodus, 2. Buch Moses 38: 21)
Unser Wochenabschnitt heißt nach einem Schlüsselwort im ersten Satz: P´kudej - Berechnungen. Um welche Berechnungen geht es hier?
Der Mischkan (Stiftzelt) diente als Buße für die Sünde vom Goldenen Kalb. Dabei handelt es sich um die Sünde von Awodat Elilim [עֲבוֹדַת אֱלִילִים], Götzendienst.
Unsere Weisen sagen: „Wer Götzendienst verrichtet, verhält sich, als hätte er gegen die gesamte Torah gesündigt.“
Daher muß der Tikkunⓘתִּיקּוּן
Reparatur/Verbesserung in der „himmlischen Buchführung“ gleichwertig mit allen Mizwotⓘמִצְוָוה
Gebot,
plural: מִצְווֹת
Mizwot sein!
Und die Gimatrijaⓘגִּמַּטְרִיָּא
Bedeutung des Zahlenwerts von Buchstaben deutet darauf hin: Das Wort פְקוּדֵי הַמִּשְׁכָּן (P’kudej HaMischkan - Berechnung des Stiftzelts) hat den Zahlenwert 615. Das sind alle Mizwot (613) sowie die zwei Bundestafeln (Luchot HaBrit לוּחוֹת הַבְּרִית), die Moscheh Rabbenu aufgrund der Sünde des Goldenen Kalbs zerschmettert hatte.
„Das“ - das sind die 36 Gerechte
”אֵ֣לֶּה פְקוּדֵ֤י הַמִּשְׁכָּן֙ מִשְׁכַּ֣ן הָעֵדֻ֔ת אֲשֶׁ֥ר פֻּקַּ֖ד עַל־פִּ֣י מֹשֶׁ֑ה עֲבֹדַת֙ הַלְוִיִּ֔ם בְּיַד֙ אִֽיתָמָ֔ר בֶּֽן־אַהֲרֹ֖ן הַכֹּהֵֽן׃“
(שמות ל"ח כ"א)
„Das sind die Berechnungen der Wohnung, der Wohnung des Zeugnisses, die berechnet wurden auf Befehl Moschehs, zum Dienst der Lewiten, unter Aufsicht Itamars, Sohnes Aharons, des Priesters. “
(Sch‘mot, Exodus, 2. Buch Moses 38: 21)
Noch vor P´kudej kommt ein kleines Wort - אֵלֶּה - Das - vor, mit dem unser Wochenabschnitt anfängt. Dieses kleine Wort, das man leicht überliest, sagt sehr viel aus!
Nach dem Midraschⓘמִדְרָשׁ
Schriftauslegung frage Mosche Rabbeinu Haschem: Was wird geschehen, wenn der Beit Hamikdash zerstört wird?
Wo wird der Ewige dann seine Sch‘chinahⓘשְׁכִינָה
heilige Gegenwart ruhen lassen? Haschem antwortete, er werde seine Sch‘chinah auf den Zaddikimⓘצַדִּיק
Zaddik - Gerechter,
plural: צַדִּיקִים - Zaddikim ruhen lassen.
Chasalⓘ חז״ל
Unsere Weisen z”l
(Die Weisen der Mischnah- und Talmud-Ära) sagt, dass es in jeder Generation 36 verborgene Zaddikim gibt. Diese 36 sind der Grund, dass HaSchem die Welt nicht zerstört, obwohl sie doch von so viel Sünde und Hillul HaSchem [חילוּל השֵם – eine Entweihung des Namens Gottes] ist.
Einen Hinweis auf diese 36 verborgene Zaddikim ist auch im ersten Wort unseres Wochenabschnitt verborgen (wie passend!): Der Zahlenwert des Wortes אלה beträgt 36. Haschems heilige Gegenwart wird auf den 36 verborgenen Zaddikim ruhen.
Zusätzlicher Hinweis: P´kudej (Berechnung) kann auch mit „fehlend“ oder „abwesend“ übersetzt werden.
In anderen Worten: in Abwesenheit des Beit HaMikdasch sind DAS (die 36 verborgene Zaddikim) der Ort, wo die Sch’chinah ruht.