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Der Wochenabschnitt
מִקֵּץ
MiKez

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


MiKez -  2 Jahre

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt „MiKez“ [מִקֵּץ], also „am Ende“ (zwischen zwei Träume Pharaos, die Josef deutet). Wie wir in der Vergangenheit gelernt haben , fällt „MiKez“ meistens auf Chanukkah [חֲנֻכָּה] - und ist auch thematisch mit ihr verbunden (Lichts vs. Dunkelheit, Wundersame Rettung, G´ttliche Fügung).

 
 

 

Zwei Jahre

”וַיְהִ֕י מִקֵּ֖ץ שְׁנָתַ֣יִם יָמִ֑ים וּפַרְעֹ֣ה חֹלֵ֔ם וְהִנֵּ֖ה עֹמֵ֥ד עַל־הַיְאֹֽר׃“

(בראשית מ"א א')

„Und es geschah nach Verlauf von zwei vollen Jahren, als Pharao träumte, und siehe, er stand am Fluss..“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 41: 1)
 

Der Pschattפְּשָׁט
wörtliche (direkte) Bedeutung
dieses Satzes, mit dem unsere Paraschah anfängt, ist ein chronologischer Verlauf von zwei Jahren zwischen den in der letzten Woche erwähnten Traum in Wajeschew [וַיֵּשֶׁב], und dem dieser Paraschah.

Warum aber sollte dawkaדַּוְקָא
genau, absichtlich, gerade
diese Zeitspanne so wichtig sein? Schließlich passieren größere und wichtigere Ereignisse, allen voran die Wiedervereinigung zwischen Josef und seinen Brüdern, die ihn seit 20 Jahren für tot gehalten hatten. Anschließend vereinigt sich Josef auch mit seinem Vater, Jakob, der ihn auch für tot gehalten hat, und sagt: „Mag ich nunmehr sterben, nachdem ich dein Antlitz sah, weil du noch lebst.“ (1. Buch Moses 46:30)

 

 

Alles hat ein Ende - auch das Leiden

”וַיְהִ֕י מִקֵּ֖ץ שְׁנָתַ֣יִם יָמִ֑ים וּפַרְעֹ֣ה חֹלֵ֔ם וְהִנֵּ֖ה עֹמֵ֥ד עַל־הַיְאֹֽר׃“

(בראשית מ"א א')

„Und es geschah nach Verlauf von zwei vollen Jahren, als Pharao träumte, und siehe, er stand am Fluss..“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 41: 1)
 

Warum also 2 Jahre?

Dazu hat der Midrasch Rabbah [מִדְרָשׁ רַבָּה] den folgenden Peruschפֵּירוּשׁ
Interpretation, Auslegung
, der sich auf das Wort MiKez [מִקֵּץ - nach dem Verlauf] bezieht. Es kommt nämlich auch im Sefer Ijob [אִיּוֹב – Job - Hiob] vor, dass die Geschichte des Gerechten Hiob erzählt, der einen Schicksalsschlag nach dem anderen durchgehen muss, bis es heißt:

קֵ֤ץ ׀ שָׂ֤ם לַחֹ֗שֶׁךְ
      וּֽלְכׇל־תַּ֭כְלִית ה֣וּא חוֹקֵ֑רְ
      אֶ֖בֶן אֹ֣פֶל וְצַלְמָֽוֶת׃“

(ספר איוב כ"ח ג')

„Man macht der Finsternis ein Ende,
    und bis ins Letzte erforscht man das Gestein,
    das im Dunkel tief verborgen liegt.“

(Sefer Ijob, Buch des Hiobs, 28:3)
 

Dem Midrasch zufolge liegt die Hauptaussage des ersten Satzes unserer Paraschah nicht in der chronologischen Angabe, dass seit den vorherigen Träumen zwei Jahre vergangen sind. Vielmehr liegt der Fokus auf der Formulierung „es geschah am Ende (MiKez)“. Der Midrasch interpretiert dies wie folgt:

„Er setzt der Finsternis ein Ende; er legt eine Frist fest, wie lange die Welt in Finsternis verharren wird.“
Ebenso: „Er setzt der Finsternis ein Ende; er bestimmt, wie viele Jahre Josef in der Finsternis des Gefängnisses verbleiben würde. Als die Zeit gekommen war, träumte der Pharao einen Traum …“

So wie jede Nacht dem Morgengrauen weicht, so findet auch jede Zeit der Not ein Ende.

 

 

Alles hat ein Ende - damals, und heute

Für Josef ist dieser Traum wirklich ein Zeichen, dass sein Schicksal sich zum Guten wendet: Der Sklave und Gefängnisinsasse wird zum Berater des Pharaos. Er erhält seine Freiheit wieder - und sieht seine Familie, seine Brüder und seinen Vater, wieder.

Und heute?

An Pessach [פֶּסַח] sagen wir:

בְּכָל דּוֹר וָדוֹר חַיָּב אָדָם לִרְאוֹת אֶת עַצְמוֹ כְּאִלוּ הוּא יָצָא מִמִּצְרַיִם
In jeder Generation muss sich jeder Mensch so sehen, als ob er selbst Ägypten verlassen hätte

Heute können wir hinzufügen, dass sich jeder so sehen kann, als ob er selbst wie Josef von der Sklaverei und der Gefangenschaft befreit wurde: Nach genau den 2 Jahren, die unsere Paraschah erwähnt, sind alle am 7. Oktober von der Hammas entführten Geiseln zurück in Israel, sowohl die lebenden als auch die toten. 2 Jahre Krieg ist zu Ende, und viele Söhne, sowohl Geiseln als auch Soldaten, die fast durchgehend im Militärdienst waren, haben ein Wiedersehen mit ihren Familien.

Es ist, wie bei Hiob oben erwähnt, ein Ende der Finsternis.

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
חֹדֶשׁ טוֹב וְחַג חֲנוּכָּה שַׂמֵּחַ!
Schabbat Schalom uM’worach
Chodesch tow w’Channukah sameach!
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat
Einen guten Monat und fröhliches Channukah Fest!

Benjamin Rosendahl

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29. Kisslew 5786,   19. Dezember 2025

 

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