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Der Wochenabschnitt
תַזְרִיעַ-מְצֹרָע
Tasria‘-M’zora‘

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Tasria‘-M’zora‘ -  Krankheit oder Patient

Unsere Doppel-Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt Tasria‘-M’zora‘ [תַזְרִיעַ-מְצֹרָע], also also Geburt bzw. Aussätzigen.

 
 

 

Er sieht (und sieht und sieht und sieht)

”וְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֣ן אֶת־הַנֶּ֣גַע בְּעֽוֹר־הַ֠בָּשָׂ֠ר וְשֵׂעָ֨ר בַּנֶּ֜גַע הָפַ֣ךְ  לָבָ֗ן וּמַרְאֵ֤ה הַנֶּ֙גַע֙ עָמֹק֙ מֵע֣וֹר בְּשָׂר֔וֹ נֶ֥גַע ”צָרַ֖עַת ה֑וּא וְרָאָ֥ה הַכֹּהֵ֖ן וְטִמֵּ֥א אֹתֽוֹ׃“
”וְרָאָ֣הוּ הַכֹּהֵן֮ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִי֒ וְהִנֵּ֤ה הַנֶּ֙גַע֙ עָמַ֣ד בְּעֵינָ֔יו לֹֽא־פָשָׂ֥ה הַנֶּ֖גַע בָּע֑וֹר וְהִסְגִּיר֧וֹ הַכֹּהֵ֛ן שִׁבְעַ֥ת יָמִ֖ים שֵׁנִֽית׃“
”וְרָאָה֩ הַכֹּהֵ֨ן אֹת֜וֹ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִי֮ שֵׁנִית֒ וְהִנֵּה֙ כֵּהָ֣ה הַנֶּ֔גַע וְלֹא־פָשָׂ֥ה הַנֶּ֖גַע בָּע֑וֹר וְטִהֲר֤וֹ הַכֹּהֵן֙ מִסְפַּ֣חַת הִ֔וא וְכִבֶּ֥ס בְּגָדָ֖יו וְטָהֵֽר׃“
”וְרָאָה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְהִנֵּ֛ה פָּשְׂתָ֥ה הַמִּסְפַּ֖חַת בָּע֑וֹר וְטִמְּא֥וֹ הַכֹּהֵ֖ן צָרַ֥עַת הִֽוא׃“
”וְְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֤ה שְׂאֵת־לְבָנָה֙ בָּע֔וֹר וְהִ֕יא הָפְכָ֖ה שֵׂעָ֣ר לָבָ֑ן וּמִֽחְיַ֛ת בָּשָׂ֥ר חַ֖י בַּשְׂאֵֽת׃“
”וְְרָאָ֣ה הַכֹּהֵ֗ן וְהִנֵּ֤ה שְׂאֵת־לְבָנָה֙ בָּע֔וֹר וְהִ֕יא הָפְכָ֖ה שֵׂעָ֣ר לָבָ֑ן וּמִֽחְיַ֛ת בָּשָׂ֥ר חַ֖י“

(ויקרא י"ג ג', י"ג ה', י"ג ו', י"ג ח', י"ג י', י"ג י"ג)

„Und sieht der Priester den Ausschlag auf der Haut des Fleisches, dass das Haar im Ausschlag weiß geworden, und der Ausschlag tiefer aussieht, als die Haut seines Fleisches, so ist das der Ausschlag des Tzara’t, und wie ihn der Priester sieht, erkläre er ihn für unrein.“
„Besieht ihn nun der Priester am siebenten Tage und siehe, der Ausschlag ist geblieben in seinem Aussehen, der Ausschlag hat nicht um sich gegriffen in der Haut, so verschließe ihn der Priester sieben Tage zum zweiten Mal.“
„Und sieht ihn der Priester am siebenten Tage zum zweiten Mal, und siehe, der Ausschlag ist getrübt und der Ausschlag hat nicht um sich gegriffen in der Haut, so spreche ihn der Priester rein; es ist eine Flechte, und er wasche seine Kleider und ist rein.“
„Und sieht der Priester, und siehe, die Flechte hat um sich gegriffen in der Haut, so erkläre ihn der Priester für unrein; es ist der Tzara‘t. “
„Und sieht der Priester, und siehe, es ist eine weiße Geschwulst in der Haut, und in derselben ist das Haar weiß geworden, und ein Mal rohen Fleisches ist in der Geschwulst.“
Sieht nun der Priester, und siehe, der Ausschlag bedeckt sein ganzes Fleisch, so erkläre er den Ausschlag für rein; ist er überall weiß geworden, so ist er rein.“

(WaJikra, Leviticus, 3. Buch Moses, 13:3, 13:5, 13:6, 13:8, 13:10, 13:13) )

Warum kommt dieses Wort „ראה – Sehen“ so oft hier vor? Über Generationen hinweg haben Chasal חז״ל
Unsere Weisen z”l
(Die Weisen der Mischnah- und Talmud-Ära)
festgestellt, dass einige dieser „Sehen“ auf den ersten Blick überflüssig erscheinen. ABER: Kein Wort in der Torah ist überflüssig! Und so haben Chazal versucht, verschiedene Peruschimפֵּירוּשׁ
Interpretation, Auslegung,
plural: פֵּירוּשִׁים - Peruschim
zu finden.

Ein Midraschמִדְרָשׁ
Schriftauslegung
zum Buch Levitikus versteht die zusätzliche Erwähnung des „Sehens“ so, dass der Kohenכֹּהֵן
Priester
„den ganzen Menschen als Einheit“ sieht (was sich aus der talmudischen Diskussion über die Frage, warum der Priester ihn am 7. Tag sieht, und dann zum zweiten Mal sieht, herleiten lässt, Sifra Tazria 2:8)

Obwohl die ursprüngliche Intention dieser Aussage technischer Natur ist, muss unser Verständnis davon nicht darauf beschränkt sein. Bei der Untersuchung von Hautausschlägen und anderen Krankheiten scheinen die Priester wie Ärzte zu handeln.

Sie sind verantwortlich für die korrekte Diagnose, die fortlaufende Beurteilung während des Heilungsprozesses und die Durchsetzung von Quarantänemaßnahmen, um eine weitere Ansteckung zu verhindern.

Wir sind so viel mehr als unsere Leiden und Krankheiten. In diesem Zusammenhang gibt es eine sehr aussagekräftige Szene in dem Film Der Doktor – Ein gewöhnlicher Patient, wo es um einen Doktor geht, der anfangs die Patienten eben nur als Objekte sieht, die er repariert. Nachdem er selbst krank wird, ändert er seine Einstellung und sieht den Patienten als Menschen, mit einer Geschichte, Familie und Gefühlen. Als einer seiner Studenten bei einem Rundgang über einen Patienten sagt, „das ist ein Endstadium“, antwortet er (ich zitiere aus dem Gedächtnis): „Das ist ein Mensch, keine Waschmaschine! Mit Ihrer Einstellung wird es nur eines geben, was im Endstadium ist - Ihre Karriere!

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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30. Nissan 5786,   17. April 2026

 

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