Begriffe im Judentum
Eintrag: Brachah - בְּרָכָה

Begriffe im Judentum

Eintrag: Brachah - בְּרָכָה

 

Eintrag:

Brachah

Hebräisch:

בְּרָכָה

Übersetzung:

Segensspruch, Segensformel, Benediktion

Wortart:

Substantiv

Geschlecht:

Weiblich

Wurzel:

ב.ר.כ

Plural:

Brachot

בְּרָכוֹת

 
 
 

Bedeutung und Funktion:

Eine Brachah (בְּרָכָה) ist im Judentum eine Segensformel des Dankes oder Lobpreises, die im privaten oder öffentlichen Rahmen gesprochen wird. Sie wird in der Regel vor der Ausführung einer Mizwahמִצְוָוה
Gebot
, vor dem Genuss von Speisen oder Düften sowie an besonderen Anlässen rezitiert.

Die Funktion der Brachah ist es, Gott als Quelle aller Segnungen anzuerkennen. Sie drückt Abhängigkeit von und Dankbarkeit gegenüber Gott aus. Gleichzeitig haben Brachot (בְּרָכוֹת) eine pädagogische Funktion: Sie verwandeln alltägliche Handlungen in religiöse Erfahrungen und sollen das Bewusstsein für die Gegenwart Gottes jederzeit stärken. Rabbi Meir lehrte im Talmud, dass jeder Jude täglich hundert Brachot sprechen solle.

 

Rabbinische Grundlage:

Die Mischnah [מִשְׁנָה] des Traktates Brachot sowie die G‘mara [גְּמָרָא] in beiden Talmuden enthalten ausführliche Diskussionen über Segenssprüche, auf denen die gesetzlichen Grundlagen und der praktische Vollzug beruhen.

 

Formel und Aufbau:

Segenssprüche beginnen in der Regel mit den Worten:

... בָּרוּךְ אַתָּה ה' אֱלֹקֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם
Baruch Atah Adonai, Elohejnu Melech ha-‘Olam …
Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, König des Universums …

Wer einen Segen hört, antwortet gewöhnlich mit אָמֵן Amen (übersetzt: So sei es!). Ausnahmen gelten in bestimmten Situationen, etwa während des stillen Gebets (עֲמִידָה ‘Amidah), wo eine Unterbrechung untersagt ist. Auf die eigene Brachah antwortet man in der Regel nicht mit Amen.

 

Drei Grundformen von Brachot:

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