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Der Wochenabschnitt
מַטּוֹת-מַסְעֵי
Mattot-Masse'j

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Mattot-Masse'j -  Stationen des Lebens

Unsere Doppel Paraschah פָּרָשָׁה מְחֻבֶּרֶת
Paraschah M’chuberet,
wörtl. Eine zusammengehängte Paraschah
heißt „Mattot-Masse’j“, also Stammeshäupte [מַטּוֹת – Mattot], wo es u.a. um Schwüre geht, und Reisestätten [מַסְעֵי – Masse‘j], gemeint sind die Stationen des Volkes Israel in der Wüste, das das 4. Buch Moses abschließt, sanften Fanatiker.

 
 

 

Die Stationen der Kinder Israels, unsere Stationen

”אֵ֜לֶּה מַסְעֵ֣י בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֗ל אֲשֶׁ֥ר יָצְא֛וּ מֵאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם לְצִבְאֹתָ֑ם בְּיַד־מֹשֶׁ֖ה וְאַהֲרֹֽן׃“

(במדבר ל"ג א')

„Das sind die Reisestätten der Kinder Jisrael, die auszogen aus dem Land Mizrajim nach ihren Heerscharen unter Moscheh und Aharon.“

(BaMidbar, Numeri, 4. Buch Moses, 33 : 1)

Was folgt, sind 42 Stationen des Volkes Israel in der Wüste. Geht es hier aber nur um eine historische Erzählung?

NEIN, sagt der Ba‘al Schem Tow! Vielmehr sagt er, dass alle 42 Etappen des Lebensweges der Kinder Israels jedem Einzelnen zwischen seiner Geburt und seinem Tod widerfahren werden, vom Auszug aus Ägypten (Geburt) bis zum Eintritt in das Heilige Land (Tod).

Folglich erinnern uns die 42 Etappen daran, dass das Leben uns oft auf unvorhersehbare und verschlungene Wege führt. Manchmal scheitern wir auf eine Weise, die uns moralisch verletzt und uns in unvorstellbare Tiefen stürzt. In anderen Momenten erreichen wir Höhen, die unsere kühnsten Träume übertreffen. Meistens vergessen wir, die Heiligkeit in den alltäglichen Schritten unseres Lebensweges zu erkennen oder Dankbarkeit für die jeweilige Etappe zu empfinden, in der wir uns befinden.
(Zitiert aus Baal Schem Tow al HaTorah,
hier Hebräisch-Englische Online-Version: https://www.sefaria.org/Ba'al_Shem_Tov%2C_Masei.1.1?lang=bi)

 

 

Eine neue Perspektive

”אֵ֣לֶּה הַמִּצְוֺ֞ת וְהַמִּשְׁפָּטִ֗ים אֲשֶׁ֨ר צִוָּ֧ה יְהֹוָ֛ה בְּיַד־מֹשֶׁ֖ה אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל בְּעַֽרְבֹ֣ת מוֹאָ֔ב עַ֖ל יַרְדֵּ֥ן יְרֵחֽוֹ׃“

(במדבר ל"ו י"ג)

„Das sind die Gebote und die Rechte, die HaSchem geboten durch Moscheh den Kindern Jisrael in den Steppen Moab am Jarden von Jerecho. “

(BaMidbar, Numeri, 4. Buch Moses, 36 : 13)

Dies sind die letzten Worte der Paraschah, und auch die letzten Worte des 4. Buch Moses, “BaMidbar” [בְּמִדְבַּר - in der Wüste]. Dies ist eine gute Gelegenheit, zu reflektieren:

Woche für Woche, Jahr für Jahr, seit über 2000 Jahren lesen wir dieselben Worte immer und immer wieder. Genau wie im Alltag begegnen wir immer wieder denselben Dingen. Doch die Torah bietet mit jeder Lesung die Möglichkeit, jedes Jahr etwas Neues im Text zu entdecken, neue Herausforderungen, neue Quellen der Hoffnung, eine andere Perspektive.

Der Text selbst bleibt unverändert, wir aber ändern uns. Das erinnert mich an den oft gehörten Satz eines meiner Schullehrers, dass die Kinder immer dümmer werden. Darauf antwortete ihm ein Klassenkamerad von mir:

“Nein, Herr Lehrer! Jede Klasse begegnet diesem Text zum ersten Mal und erkennt daher nur die oberflächliche Bedeutung (man kann sagen, den Pschattפְּשָׁט
wörtliche (direkte) Bedeutung
).
Sie aber haben den Text schon etliche Male gelesen und können jedes Mal eine neue Bedeutung erkennen. Die Schüler bleiben also auf demselben Niveau. Sie aber, Sie werden klüger.”

Und so ist es auch mit der Torah.

 

 

Chasaq, Chasaq w‘Nitchaseq!

Wenn wir, wie jetzt, eines der 5 Bücher Moses beenden, sagen wir חֲזַק, חֲזַק, וְנִתְחַזֵּק [Chasaq, Chasaq w‘Nitchaseq, also (seid) stark, (bleibt) stark und wir werden gestärkt], der Rama [הרמ״א] hat zu diesem Minhagמִנְהָג
Brauch
eine interessante Erklärung.

 

Jedes Ende ist der Beginn eines neuen Kapitels, einer weiteren Etappe unserer Reise.
Wir alle sind auf dem Weg zu Orten, die wir erst verstehen, wenn wir dort ankommen.

 

Ich wünsche allen Lesern, dass unabhängig von den 42 Stationen die Reise letztendlich ins Heilige Land führen wird. Und dass wir nicht vergessen, ab und zu innezuhalten und die Aussicht zu genießen.

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ - חֲזַק, חֲזַק, וְנִתְחַזֵּק
Schabbat Schalom uM’worach - Chasaq, Chasaq w‘Nitchaseq
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat - Seid stark, bleibt stark und wir werden gestärkt

Benjamin Rosendahl

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25. Tammus 5786,   10. Juli 2026

 

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