Pinchas - die Lotterie des Lebens
Unsere Paraschahⓘ פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt heißt „Pinchas“ [פִּינְחָס], nach dem sanften Fanatiker. Außer um ihm geht es auch um die Töchter Z‘lafchads [בְּנוֹת צְלָפְחָד].
- Was hat es mit der Verteilung des Landes per Los auf sich?
- Welche wichtige Lektion können wir daraus für das Leben ziehen?
Land-Lotterie
”אַךְ־בְּגוֹרָ֕ל יֵחָלֵ֖ק אֶת־הָאָ֑רֶץ לִשְׁמ֥וֹת מַטּוֹת־אֲבֹתָ֖ם יִנְחָֽלוּ׃ עַל־פִּי֙ הַגּוֹרָ֔ל תֵּחָלֵ֖ק נַחֲלָת֑וֹ בֵּ֥ין רַ֖ב לִמְעָֽט׃“
(במדבר כ"ו נ"ה - נ"ו)
„Doch nach dem Los werde das Land verteilt; nach den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie Eigentum bekommen. Auf den Ausspruch des Loses werde (jedem) sein Eigentum erteilt, es sei wenig oder viel. “
(BaMidbar, Numeri, 4. Buch Moses, 26 : 55-56)
Hier lesen wir von der Aufteilung des Landes unter den Stämmen Israels, die durch Los entschieden wurde. Der Name eines Stammes wird gezogen, zusammen mit einem Pergamentstreifen, der die Grenzen seines Gebiets festlegt.
Ist es nicht etwas ungewöhnlich, so eine große Entscheidung dem Zufall zu überlassen?
Raschi sagt in seinem Peruschⓘפֵּירוּשׁ
Interpretation, Auslegung zu dieser Stelle, dass es sich NICHT um Zufall handelte:
Das Los selbst sprach und verkündete: „Ich, das Los, habe diese Grenzen für diesen Stamm festgelegt“.
Was Raschi hier beschreibt, ist ein Wunder! Was ist aber der Grund dafür? Ist das Resultat (die Aufteilung des Landes Israel unter den Stämmen) nicht wichtiger als die Methode? Wenn wir die Eroberung und Besiedlung des Landes Israel als Metapher für den Sinn unserer gesamten Existenz betrachten, dann finden wir die Auflösung zu diesem Rätsel: Unsere Lebensaufgabe ist es, die Welt, in der wir leben, in eine Wohnstätte für HaSchem zu verwandeln. Und so wie die Lotterie ein scheinbar unbedeutendes „Mittel zum Zweck“, ihr eigenes Wunder verdient, so ist auch jedes Detail unserer Lebensaufgabe notwendig und wichtig.
Dazu folgende Geschichte:
Ein Chassid, der in Russland lebte, kam einst zum Zemach Zedek, dem dritten Chabad-Rebbe, und bat ihn um Erlaubnis, sich in Israel niederzulassen, um seine spirituelle Entwicklung zu vertiefen. Der Zemach Zedek antwortete ihm: „Mach doch Erez Yisroel“. Also: Mach diesen Ort zu Israel. Der Zemach Zedek wies den Wunsch des Chassids, in Israel zu leben, nicht zurück. Doch mit dieser Antwort fragte er: „Warum eilt es dir, sofort nach Israel zu ziehen? Hast du hier bereits alles erreicht, was du erreichen musst? Hast du dein Umfeld in einen Ort der Heiligkeit verwandelt?“
Zusammenfassend können wir mit dem Talmud sagen: „Nicht der Ort ehrt den Menschen, sondern der Mensch ehrt den Ort.“
Wir werden nicht durch unsere Umstände definiert.
Es ist das, was wir aus unseren Umständen machen, das uns definiert.