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Der Wochenabschnitt
שֹׁפְטִים
Schoftim

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Schoftim-  Lass dich nicht bestechen

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt Schoftim, also Richter. Es geht u.a. um Gerechtigkeit vs. Barmherzigkeit.

 
 

 

Bestechung korrumpiert - alle!

”לֹא־תַטֶּ֣ה מִשְׁפָּ֔ט לֹ֥א תַכִּ֖יר פָּנִ֑ים וְלֹא־תִקַּ֣ח שֹׁ֔חַד כִּ֣י הַשֹּׁ֗חַד יְעַוֵּר֙ עֵינֵ֣י חֲכָמִ֔ים וִֽיסַלֵּ֖ף דִּבְרֵ֥י צַדִּיקִֽם׃“

(דברים ט"ז י"ט)

„Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst kein Ansehen kennen und nicht Bestechung nehmen; denn Bestechung blendet die Augen der Weisen und verkehrt die Worte der Gerechten.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 16 : 19)

Bevor wir uns einen Peruschפֵּירוּשׁ
Interpretation, Auslegung
suchen, stellt sich zuerst die Frage: Wer ist mit „Du“ gemeint?

Auf den ersten Blick ist diese Aufforderung an Richter und wichtige Entscheidungsträger (z.B. in einem öffentlichen Amt) gemeint, und sie spiegelt das wieder was bereits im Wochenabschnitt Mischpatim gelernt haben:

”וְשֹׁ֖חַד לֹ֣א תִקָּ֑ח כִּ֤י הַשֹּׁ֙חַד֙ יְעַוֵּ֣ר פִּקְחִ֔ים וִֽיסַלֵּ֖ף דִּבְרֵ֥י צַדִּיקִֽים׃“

(שמות כ"ג ח')

„Und Bestechung nimm nicht; denn Bestechung blendet die Hellsehenden und verkehrt die Worte der Gerechten.“

(Schmot, Exodus, 2. Buch Moses, 23: 8)

In anderen Worten: Nur jemand, der Macht hat, kann sie auch missbrauchen!

Jedoch gibt es auch eine andere Leseweise, nämlich qal waChomerקַל וָחֹמֶר
wörtl. „leicht und schwer“
im Sinne von:
„eine zwingende Schlussfolgerung“
, also wenn sogar Weise und Gerechte durch Bestechung geblendet werden, dann ERST RECHT einfache Menschen.

Es ist noch hinzuzufügen…

dass sowohl der Bestechung-Geber als auch der Bestechungs-Empfänger von der Bestechung korrumpiert wird - und so ist es auch bis heute in der modernen Gesetzgebung.

 

 

Bestechung - nicht nur Geld

”לֹא־תַטֶּ֣ה מִשְׁפָּ֔ט לֹ֥א תַכִּ֖יר פָּנִ֑ים וְלֹא־תִקַּ֣ח שֹׁ֔חַד כִּ֣י הַשֹּׁ֗חַד יְעַוֵּר֙ עֵינֵ֣י חֲכָמִ֔ים וִֽיסַלֵּ֖ף דִּבְרֵ֥י צַדִּיקִֽם׃“

(דברים ט"ז י"ט)

„Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst kein Ansehen kennen und nicht Bestechung nehmen; denn Bestechung blendet die Augen der Weisen und verkehrt die Worte der Gerechten.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 16 : 19)

Eine Frage, die sich auch in diesem Zusammenhang stellt: Was ist eigentlich Bestechung?

Dazu sagt die G’mara [גְּמָרָא - Talmud Kommentar] im Traktat Ktuwot 105:2 (im Original mit Englischer Übersetzung hier) folgendes:

Was bedeutet Bestechung? Bestechung שׁוֹחַד [Schochad] kann gelesen werden als: שֶׁהוּא חַד [Schehu chad], da er eins ist, d. h. mit dem Prozessbeteiligten im Einklang. Rav Pappa sagte: Man sollte keinen Fall beurteilen, der jemanden betrifft, den man liebt, noch jemanden, den man hasst. Man sollte denjenigen, den man liebt, nicht beurteilen, da man keinen Fehler an ihm finden wird, und bei demjenigen, den man hasst, wird man keinen Verdienst finden

In anderen Worten: Bestechung heißt, eine Entscheidung zu treffen, bei der man von ְzweckfremden Erwägungen beeinflusst wird: Ich ernenne beispielsweise jemanden für eine wichtige Position, der absolut unqualifiziert ist, weil er oder sie mit mir verwandt oder befreundet ist. (Das ist auch als Vetternwirtschaft oder Spezlwirtschaft bekannt)

 

 

Bestechung - verblendet sogar die Weisen

”לֹא־תַטֶּ֣ה מִשְׁפָּ֔ט לֹ֥א תַכִּ֖יר פָּנִ֑ים וְלֹא־תִקַּ֣ח שֹׁ֔חַד כִּ֣י הַשֹּׁ֗חַד יְעַוֵּר֙ עֵינֵ֣י חֲכָמִ֔ים וִֽיסַלֵּ֖ף דִּבְרֵ֥י צַדִּיקִֽם׃“

(דברים ט"ז י"ט)

„Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst kein Ansehen kennen und nicht Bestechung nehmen; denn Bestechung blendet die Augen der Weisen und verkehrt die Worte der Gerechten.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 16 : 19)

Nachdem wir definiert haben, was Bestechung ist, und wer davon gefährdet ist, ist die Frage, wie schlimm die Bestechung ist?

In zwei Worten: SEHR schlimm!

Dazu sagt der Malbim, dass die „Bestechung“ die „Augen der Weisen“ – Menschen, die gemeinhin für ihre Intelligenz und ihr tiefes Denken bekannt sind – trüben. Mehr noch: Sie kann die „Augen der Weisen“ – Torah-Schüler, deren Denken von der Weisheit der Tora geprägt ist – verblenden. Bestechung trübt diesen Einfluss. Also sogar die Klügsten, Weisesten und G-ttesfürchigsten kommen von ihrem Weg ab, wenn sie sich bestechen lassen!

Was ist die Antwort darauf?

Das, was im nächsten Satz steht:

צֶ֥דֶק צֶ֖דֶק תִּרְדֹּ֑ף לְמַ֤עַן תִּֽחְיֶה֙ וְיָרַשְׁתָּ֣ אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃“

(דברים ט"ז כ')

Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit, sollst du nachjagen damit du leben und das Land einnehmen kannst, das dir der HaSchem, dein Gott, geben wird.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 16 : 20)
 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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01. Elul 5786,   14. August 2026

 

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