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רֹאֹשׁ הַשָּׁנָה תשפ"ז
Rosch-HaSchanah-5787

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


 Eine kleine Geschichte zu Rosch HaSchanah:
Der letzte Dollar

Rosch HaSchanah [רֹאֹשׁ הַשָּׁנָה], das jüdische Neujahr, fängt dieses Jahr am Freitagabend, also Schabbat-Eingang an, und geht bis Sonntagabend. Daher wird der Schofar [שׁוֹפָר] erst am Sonntag geblasen.

Es gibt viele Geschichten der Vergangenheit zu Rosch HaSchanah, (z.B. diese - Moadim Podcast - vom 2. Weltkrieg). Heute geht es um etwas, das kürzlich, im 21. Jahrhundert, passiert ist, inspiriert von einer Geschichte, die ich von Rabbi Snir Gueta gehört habe: Rabbi Snir, wie er oft liebevoll genannt wird, ist ein ehemaliger Profifußballer, der T’schuwah תְּשׁוּבָה
Rückkehr (ein Korrekturprozess)
gemacht hat, und genau darum geht es auch heute.

 

 

Der letzte Dollar

Ein junger Israeli entschloss sich, gegen den Widerstand seiner Eltern, sämtliche seiner Ersparnisse zu verwenden, um nach Amerika zu gehen und dort erfolgreich zu werden, so wie es der amerikanische Traum verspricht.

Er investierte das Geld in viele Geschäftsideen, die letztendlich alle scheiterten. Doch der Israeli, (nennen wir ihn Jossi) war zu stolz, um das seinen Eltern zuzugeben, und auch sich selbst nicht. Und so lebte er auf Pump, nahm Kredit nach Kredit auf und ging in Schulden unter.

Aber er wollte dies nicht zugeben, und schon gar nicht seine Eltern um Hilfe bitten, oder zurück nach Israel ziehen.

Und so fand er sich eines Tages in seinem Zimmer, für das er mit der Miete Monate im Rückstand war, öffnete seine Geldbörse und sah dort Kreditkarten, die alle gesperrt waren - und das letzte Bargeld: Ein Dollar.

Jossi konnte sich immer noch nicht dazu bringen, seine Eltern anzurufen. Stattdessen fing er bitterlich zu weinen an, schaute nach oben und sagte: „Abba sche-ba-Schamajim [אַבָּא שֶׁבַּשָּׁמַיִם - Vater im Himmel]! Ich habe niemanden mehr, an den ich mich wenden kann! Ich weiß, dass ich kein guter Sohn war, aber ich bin trotzdem immer dein Sohn, und du bist immer Abba sche-ba-Schamajim für mich. Verlass mich nicht! Gebe mir ein Zeichen, dass du mich hörst!“

Kaum hatte er diese Worte beendet, klingelte sein Handy. „Hi, Jossi“, sagte die Stimme an der anderen Leitung - das ist dein guter Freund aus Israel, (nennen wir ihn Schimi). „Ich bin gerade in Amerika angekommen und will ein Geschäft aufmachen. Und ich will dich als Partner. Investiere Hunderttausend Dollar, und dann geht es los.“

Da hatte Jossi keine Wahl, als alles zu gestehen: Dass er nur noch einen einzigen Dollar hat und in Schulden war, und vor allem, dass er seinen Eltern und sich selbst gegenüber unehrlich war.

Schimi hörte der tränenreichen Stimme Jossis zu, und sagte dann: „Danke, dass du mir dein Herz geöffnet hast. Ich werde deinen Anteil auslegen. Denn du bist ehrlich, wie du mir jetzt bewiesen hast, und ich kann dir vertrauen. Ich zahle dir auch deine Schulden zurück, will aber, dass du sämtliche Erledigungen und Treffen vom Geschäft organisiert und ‚vor Ort‘ bist. Und dass du einen Tikkunתִּקּוּן
u.a. Reparatur
machst: Gebe Z‘daqah [צְדָקָה - Wohltätigkeit], kümmere dich um deine Eltern, und mache T‘schuwah.“

Und so war es.

 

 

Wir können viel von dieser Geschichte lernen:

 
 

 

שָׁנָה טוֹבָה וּמְתוּקָה
Schanah towah u-m‘tuqah
Ein gutes und süßes, jüdisches Neujahr

Benjamin Rosendahl

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29. Elul 5786,   11. September 2026

 

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