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Der Wochenabschnitt
כִּי־תֵצֵא
Ki-Teze

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


Ki-Teze-  Verschiebe nicht auf morgen…

Unsere Paraschah פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt Ki-Teze [כִּי־תֵצֵא], also, wenn du ausziehst (zum Krieg ). Sie enthält viele Gesetze, u.a. über das Erbrecht bei einer komplizierten Situation.

Eines der Gesetze der Paraschah, das oft übersehen wird, ist es, den Tagelöhner am selben Tag zu bezahlen.

 
 

 

Verschiebe nicht auf morgen…

”לֹא־תַטֶּ֣ה מִשְׁפָּ֔ט לֹ֥א תַכִּ֖יר פָּנִ֑ים לֹא־תַעֲשֹׁ֥ק שָׂכִ֖יר עָנִ֣י וְאֶבְי֑וֹן מֵאַחֶ֕יךָ א֧וֹ מִגֵּרְךָ֛ אֲשֶׁ֥ר בְּאַרְצְךָ֖ בִּשְׁעָרֶֽיךָ׃ בְּיוֹמוֹ֩ תִתֵּ֨ן שְׂכָר֜וֹ וְֽלֹא־תָב֧וֹא עָלָ֣יו הַשֶּׁ֗מֶשׁ כִּ֤י עָנִי֙ ה֔וּא וְאֵלָ֕יו ה֥וּא נֹשֵׂ֖א אֶת־נַפְשׁ֑וֹ וְלֹֽא־יִקְרָ֤א עָלֶ֙יךָ֙ אֶל־יְהֹוָ֔ה וְהָיָ֥ה בְךָ֖ חֵֽטְא׃“

(דברים כ"ד י"ד-ט"ו)

„Du sollst nicht (den Lohn) vorenthalten einem Tagelöhner, einem Armen und Dürftigen von deinen Brüdern oder deinem Fremdling, der in deinem Land in deinen Toren. An demselben Tage gib ihm den Lohn, und es soll nicht die Sonne darüber untergehen; denn ein Armer ist er, und danach langet seine Seele; dass er nicht rufe über dich zu HaSchem, und an dir eine Sünde sei.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 24:14-15)

Eine kleine Anekdote:

Mein Großvater war in den 1950er Jahren Tagelöhner in Israel, u.a. auch in der Landwirtschaft. Bei einem Projekt, wo auch mein Vater mithalf, war der Arbeitgeber ein religiöser Jude. Und obwohl die Arbeit für mehr als nur einen Tag war, bestand er darauf, meinen Großvater am Ende jeden Tages auszuzahlen. Als mein Großvater meinte, das sei gar nicht notwendig, zitierte er in seiner Antwort diese Stelle.

Warum schreibt die Torah das vor? Weil der Tagelöhner - wie es steht - ein Armer ist, und das Geld braucht, und zwar dringend. Wenn er es nicht sofort bekommt, kann er am nächsten Tag nicht einmal Brot kaufen, um sich und seine Familie zu ernähren.

Das ist der Unterschied zwischen einem עֶבֶד (Ewed, Sklave) und einem עוֹבֵד (Owed, Arbeiter) - im Hebräischen ist das nur ein Buchstabe, aber Welten liegen dazwischen.

Dies wird ein paar Zeilen weiter ausgeführt.

 

 

Arbeiter, nicht Sklaven

”וְזָכַרְתָּ֗ כִּ֣י עֶ֤בֶד הָיִ֙יתָ֙ בְּמִצְרַ֔יִם וַֽיִּפְדְּךָ֛ יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ מִשָּׁ֑ם עַל־כֵּ֞ן אָנֹכִ֤י מְצַוְּךָ֙ לַעֲשׂ֔וֹת אֶת־הַדָּבָ֖ר הַזֶּֽה׃“

(דברים כ"ד י"ח)

„Und bedenke, dass du ein Knecht gewesen in Mizrajim, und HaSchem, dein Gott, hat dich von dort erlöst; darum gebiete ich dir diese Sache zu tun.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 24:18)

Das ist der Unterschied: In Mizrajim (מִצְרַיִם - Ägypten) waren wir Sklaven gewesen, und sind von HaSchem davon, von der Sklaverei, befreit worden. Jetzt, als freie Menschen müssen wir nicht nur dafür sorgen, dass wir selbst nie wieder Sklaven werden, sondern auch, dass wir unsere Arbeiter nicht wie Sklaven behandeln.

Und so geht es die Argumente vielerMizwotמִצְוָוה
Gebot,
plural: מִצְווֹת
Mizwot
: Wir bezahlen unsere Arbeiter pünktlich, weil sie keine Sklaven sind. Wir wahren die Rechte der Fremden und Waisen, weil sie – genau wie wir – schutzbedürftig sind.

Indem die Torah uns an unsere heilige Geschichte erinnert, fordert sie uns auf, uns in die Lage der Sklaven zu versetzen, so dass wir uns für eine gerechtere Wirtschaft einsetzen. Uns wird ausdrücklich geboten, die Arbeiter zu achten und die Rechte der Bedürftigen und Hungernden zu wahren, in Anerkennung dessen, was es heißt, ohne Lohn zu arbeiten und hungrig ins Bett zu gehen.

Die „Goldene Regel“ lautet:

Was du nicht willst, dass man dir tu,
das füg auch keinem anderen zu.

Die „Goldene Regel“ unserer Paraschah lautet:

Erinnere dich daran, du warst Knecht!
Werde keiner, und behandle andere auch gerecht!

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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08. Elul 5786,   14. August 2026

 

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