Begriffe im Judentum
Eintrag: Haftarah - הַפְטָרָה

Begriffe im Judentum

Eintrag: Haftarah - הַפְטָרָה

 

Eintrag:

Haftarah

Hebräisch:

הַפְטָרָה

Übersetzung:

Abschluss, Entlassung, Abschied

Wortart:

Substantiv

Geschlecht:

Weiblich

Wurzel:

פ.ט.ר

Plural:

Haftarot

הַפְטָרוֹת

 
 
 

Bedeutung:

Die Haftarah ist ein Abschnitt aus den Büchern der Newi'im (Propheten - נְבִיאִים) des Tanachs [תַּנַ״ךְ], der im Rahmen des jüdischen Gottesdienstes in der Synagoge gelesen wird. Die Haftarah folgt unmittelbar auf die Torah-Lesung an Schabbat, Feiertagen und bestimmten Fasttagen. In der Regel ist der gewählte Abschnitt thematisch mit der jeweiligen Paraschah (Wochenabschnitt der Torah) verbunden.

 
 

Ursprung und Geschichte:

Die genaue Herkunft des Brauchs, eine Haftarah zu lesen, ist nicht eindeutig belegt. Zwei überlieferte Erklärungsansätze sind:

  1.  Verbot der Torah-Lesung (168 v.d.Z.): Unter der Herrschaft des seleukidischen Königs Antiochos IV. Epiphanes war den Juden die öffentliche Torah-Lesung verboten. Als Ersatz wurden Abschnitte aus den Propheten gelesen. Als das Verbot aufgehoben wurde, behielt man diese Praxis bei.
     
  2.  Abgrenzung von Sekten: Manche rabbinische Quellen berichten, die Haftarot seien eingeführt worden, um die Lehre gewisser Gruppierungen zu bekämpfen, die nur die Torah als heilige Schrift anerkannten.
 
 

Beispiele für thematische Verbindungen zwischen Paraschah und Haftarah:

 
 
 
 

Anlässe für die Haftarah-Lesung:

 
 
 

 
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