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Der Wochenabschnitt
וְזֹאת הַבְּרָכָה
W'sot-HaBrachah

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


W'sot-HaBrachah-  Ein Segen, viele Gesegnete

Unsere Paraschahⓘ פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
heißt W‘sot HaBrachah [וְזֹאת הַבְּרָכָה] also das ist die Brachahⓘבְּרָכָה
Segensspruch, Segensformel, Benediktion
Plural: בְּרָכוֹת
Brachot
.

 

 

Und das ist DER (Einzahl) Segen!

”וְזֹ֣את הַבְּרָכָ֗ה אֲשֶׁ֨ר בֵּרַ֥ךְ מֹשֶׁ֛ה אִ֥ישׁ הָאֱלֹהִ֖ים אֶת־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל לִפְנֵ֖י מוֹתֽוֹ׃“

(דברים ל"ג א')

„Und dies ist der Segen, mit welchem gesegnet hat Moscheh, der Mann Gottes, die Kinder Jisrael vor seinem Tode.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 33:1)

Unser Wochenabschnitt ist die letzte Paraschah der 5 Bücher Moses. Sie wird nicht an einen normalen Schabbat gelesen, sondern an Simchat Torah [שִׂמְחַת תּוֹרָה]. In Israel fällt Simchat Torah dieses Jahr dawkaⓘדַּוְקָא
genau, absichtlich, gerade
auf einen Schabbat, nicht jedoch in der Diaspora, wo das Fest einen Tag später stattfindet, wegen Jom Tow Scheni schel Galujot [יוֹם טוֹב שֵׁנִי שֶׁל גָּלוּיוֹת] (in der Diaspora kann Simchat Torah nie auf einen Schabbat fallen).

Schon der erste Satz gibt Rätsel auf: Warum steht da „W‘Sot HA-BRACHAH“ [וְזֹאת הַבְּרָכָה] (und das ist DER Segensspruch) in der Einzahl, wenn Moscheh Rabbenu danach jeden der 12 Stämme einen ganz anderen Segen auf den Weg gibt?

Dazu sagt der Kotzker folgendes:

So wie jeder Mensch ein anderes Gesicht hat, so hat auch jeder eine andere Einstellung, zum Leben und überhaupt. Dies müssen wir so akzeptieren - genauso, wie es sinnlos ist, dass wir uns aufregen, dass unsere Mitmenschen andere Augenfarben haben als wir oder Sommersprossen, so ist es unsinnig, uns über ihre Einstellung zu ärgern: Wenn wir beim Examen Erfolg haben, weil wir wochenlang lernen, und unser Klassenkamerad Erfolg hat, weil er in der Nacht davor büffelt - so erreichen wir beide dasselbe Ziel, nämlich das Examen zu bestehen.

Und so ist es auch beim Leben. Viele Wege führen zum Ziel.

Und daher heißt es,

„dies - nämlich das Ziel, ein vorbildhaftes Leben zu führen - ist die Brachah“

- zu diesem Ziel gibt es viele Wege, und jeder der Stämme hat ein anderes.

Oder in den Worten des Schabbat-Liedes L‘chah Dodi [לְכָה דוֹדִי]:

”סוֹף מַעֲשֶׂה בְּמַחֲשָׁבָה תְּחִלָּה.“


„Das Ende der Tat liegt im anfänglichen Gedanken.“

 

 

Der Höhepunkt - der Alltag!

”תּוֹרָ֥ה צִוָּה־לָ֖נוּ מֹשֶׁ֑ה מוֹרָשָׁ֖ה קְהִלַּ֥ת יַעֲקֹֽב׃“

(דברים ל"ג ד')

„Das Gesetz hat uns geboten Moscheh, vererbt an die Gemeinde Ja‘akows.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 33:4)

Auch hier stellt sich die Frage: Was ist das wichtigste, DAS Gesetz, das uns Moscheh Rabbenu gegeben hat? Dazu gibt es eine bekannte Debatte von Chasalⓘ חז״ל
Unsere Weisen z”l
(Die Weisen der Mischnah- und Talmud-Ära)
: Eine Meinung sagt, dass es das Schmah-Jisrael-Gebet [שְׁמַע יִשְׂרָאֵל] ist -

”שְׁמַ֖ע יִשְׂרָאֵ֑ל יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵ֖ינוּ יְהֹוָ֥ה ׀ אֶחָֽד׃“

(דברים ו' ד')

„Höre Israel! HaSchem, unser Gott, der HaSchem ist eins.“

(D‘warim, Deuteronomii, 5. Buch Mose, 6:4)

Das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums.

Eine andere Meinung sagt, dass es die Nächstenliebe ist, also:

”לֹֽא־תִקֹּ֤ם וְלֹֽא־תִטֹּר֙ אֶת־בְּנֵ֣י עַמֶּ֔ךָ וְאָֽהַבְתָּ֥ לְרֵעֲךָ֖ כָּמ֑וֹךָ אֲנִ֖י יְהֹוָֽה׃“

(ויקרא י"ט י"ח)

„Du sollst dich nicht rächen und nichts nachtragen den Kindern deines Volkes, sondern deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Ich bin HaSchem.“

(WaJikra, Leviticus, 3. Buch Mose, 19:18)

Letztendlich „gewinnt“ eine dritte Meinung, die da sagt, dass das wichtigste Gebot das Folgende ist:

”לאֶת־הַכֶּ֥בֶשׂ הָאֶחָ֖ד תַּעֲשֶׂ֣ה בַבֹּ֑קֶר וְאֵת֙ הַכֶּ֣בֶשׂ הַשֵּׁנִ֔י תַּעֲשֶׂ֖ה בֵּ֥ין הָעַרְבָּֽיִם׃“

(שמות כ"ט ל"ט)

„Das eine Schaf sollst du opfern morgens, und das andere Schaf sollst du opfern gegen Abend.“

(Sch‘mot, Exodus, 2. Buch Mose, 29:39)

Warum?

Weil die KONTINUITÄT und BEHARRLICHKEIT von tagtäglichen Aufgaben wichtiger sind als die gelegentliche große Aufgabe.

 
 

 

שַׁבָּת שָׁלוֹם וְחַג שָׂמֵחַ
Schabbat Schalom w’Chag Sameach
Ein friedlicher Schabbat und frohe Feiertage!

Benjamin Rosendahl

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21. Tischrej 5787,   02. Oktober 2026

 

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