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Der Wochenabschnitt
בְּרֵאשִׁית
B'reschit

Aktuelle Themen zur Wöchentlichen Parascha, aus Jerusalem der Heiligen Stadt, ת"ו


B'reschit -  Der Anfang des Buches, aber welches Genre?

Die erste Paraschahⓘ פָּרָשָׁה
Wochenabschnitt
ist der erste Wochenabschnitt überhaupt, d.h., der Anfang der Torah. Er heißt, so wie das 1. der 5 Bücher Moses, B'reschit [בְּרֵאשִׁית], also „am Anfang“. Es handelt von der Erschaffung der Welt, von Adam [אָדָם] und Chawah [חַוָּה - Eva] im Paradies, das mit der Vertreibung endet, von den Kindern Hewel [הֶבֶל - Abel] und Qain [קַיִן] (dem ersten im wahrsten Sinne des Wortes Bruderkrieg) sowie den Nachfolgern bis Noach [נֹחַ].

Somit fängt das „Buch der Bücher“ an.

 

 

Ein Buch - aber welches Genre?

”בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃“

(בראשית א' א')

„Am Anfang hatte Gott den Himmel und die Erde geschaffen.“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 1: 1)
 

Dies sind die ersten Worte der Torah. Raschi sagt zu ihnen folgendes (siehe Raschi Genesis 1:1):

R. Jizchak sagte, die Torah hätte erst bei dem Abschnitt «dieser Monat sei euch» (Ex. 12), zu beginnen brauchen, weil dieser das erste Gebot enthält, das Israel aufgetragen wurde.
Warum fängt sie aber mit der Schöpfung an? «Weil Er Seine Allmacht Seinem Volke verkündete, ihm das Erbe der Nationen zu geben.» (Ps. 111, 6). Wenn die Völker der Welt zu Israel sprechen sollten, ihr seid Räuber, denn ihr habt die Länder der sieben Nationen eingenommen, so antworten sie ihnen, die ganze Erde gehört dem Heiligen, gelobt sei Er. «Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der gerecht in Seinen Augen» (Jer. 27, 5); nach Seinem Willen hat Er sie jenen gegeben und nach Seinem Willen sie ihnen genommen und uns gegeben“ (Jalk. Ex. 12, 2).

Was wollte uns Raschi damit sagen?

Er wollte damit etwas Tiefgründiges zum Ausdruck bringen, dass wir oft vergessen: Um ein Buch zu verstehen, müssen wir wissen, welchem Genre es angehört. Handelt es sich um Geschichte oder Legende, Chronik oder Mythos? Auf welche Frage gibt es eine Antwort? Ein Geschichtsbuch beantwortet die Frage: „Was ist geschehen?“. Ein Buch über Kosmologie – sei es wissenschaftlicher oder mythischer Natur – beantwortet die Frage: „Wie ist es geschehen?“.

Wenn wir die Torah verstehen wollen, müssen wir sie als Torah lesen – das heißt Gesetz, Anweisung, Lehre oder Wegweisung.

Die Torah ist eine Antwort auf die Frage: „Wie sollen wir leben?“ Deshalb wirft er die Frage auf, warum sie nicht mit dem ersten Gebot beginnt, das Israel gegeben wurde.

 

 

Der Mensch - zum Schluss

”וַיֹּ֣אמֶר אֱלֹהִ֔ים נַֽעֲשֶׂ֥ה אָדָ֛ם בְּצַלְמֵ֖נוּ כִּדְמוּתֵ֑נוּ וְיִרְדּוּ֩ בִדְגַ֨ת הַיָּ֜ם וּבְע֣וֹף הַשָּׁמַ֗יִם וּבַבְּהֵמָה֙ וּבְכׇל־הָאָ֔רֶץ וּבְכׇל־הָרֶ֖מֶשׂ הָֽרֹמֵ֥שׂ עַל־הָאָֽרֶץ׃“

(בראשית א' כ"ו)

„Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie.“

(B’reschit, Genesis, 1. Buch Moses 1: 26)
 

Warum wurde der Mensch zum Schluss erschaffen? Ist es eine Ehre (die Krönung der Schöpfung zu sein) oder ein Grund zur Ernüchterung und Bescheidenheit (sich in der Schlange ganz hinten anstellen)?

Dazu sagen Chasalⓘ חז״ל
Unsere Weisen z”l
(Die Weisen der Mischnah- und Talmud-Ära)
:

Warum wurde der Mensch als Letztes erschaffen? Damit man ihm sagen kann: „Wenn du würdig bist, wurde die gesamte Schöpfung für dich geschaffen; bist du jedoch unwürdig, so heißt es: Selbst eine Mücke war vor dir da.“ (B´reschit Raba 8:01)

In anderen Worten ist es UNSERE Entscheidung, wie dieses „Schlußlicht“ interpretiert wird: Wenn wir uns mit der Welt so wie sie ist, zufriedengeben, oder sie negativ beeinflussen, dann hat sogar die Mücke höheren Wert als wir. Wenn wir aber HaSchems Partner im Schöpfungswerk werden, und aus der von ihm geschaffenen Welt einen würdigen Platz schaffen, dann wurde die ganze Schöpfung für uns geschaffen.

Es liegt an uns.

 
 

 

שַׁבַּת שָׁלוֹם וּמְבֹרָךְ
Schabbat Schalom uM’worach
Ein friedlicher und gesegneter Schabbat

Benjamin Rosendahl

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28 Tischrej 5787,   09. Oktober 2026

 

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